Gelungene Premiere beim KnappenMan 2021

Von Thomas

Knappenman 2021! Das war es also, mit sechs Jahren Verzögerung meine erste Mitteldistanz. Was soll ich sagen, schön wars. Aber von vorne:

Die Anreise gestaltete sich mit über einer Stunde Stau auf nur drei Stunden Autofahrt etwas zäh, aber dafür wurde sie mit einer top Unterkunft belohnt. Pension Casa Mia in Spremberg kann ich nur empfehlen. Gerade für jemanden wie mich der auswärts echt bescheiden schläft.

Jetzt aber zum Raceday: 5:10 habe ich das erste mal auf den Wecker gesehen. Bei einer Startzeit von 11 Uhr reichlich früh für meinen Geschmack. Also liegenbleiben, rumwälzen, fernsehen. Nur mit schlafen war nichts mehr zu machen. Gegen 7 ging es dann an die Morgenroutine. Da mein Magen zum Wettkampfstart leer sein sollte um nicht das ganze System durcheinander zu bringen war das "Frühstück" sehr spartanisch. Eine Banane, 500ml Iso und ein Gel mussten reichen.

8:30 war Abfahrt und nach einer kleinen Odyssee durch verwinkelte sächsische und brandenburgische Straßen war Reisegruppe Rösicke kurz nach neun Uhr auf dem Parkplatz. Soweit so gut bis dahin alles in Bahnen, wenn man davon ausgeht, dass ich zwei noch nervösere Eltern um herum hatte, die es zu koordinieren galt. Am Ende stand ein funktionsrüchtiger Rennrollstuhl samt Handbike auf der Straße.  Der Veranstalter rund um Rennleiter Harry war wirklich sehr engagiert und hat im Prinzip alles möglich gemacht, was irgendwie ging. Der Wechselplatz war schnell angerichtet, also nochmal schnell aufs Klo, ab in den Neo, ein Gel reindrücken und zum Wasser. Hier wurden kurz noch die Vereinskameraden verabschiedet und dann gings rein ins 19 Grad Kühle Nass. 

Mein Körper hat die Temperaturen mit ziemlich viel Spastik begrüßt, sodass der eigentlich geplante Kraulstart auch nach dem Einschwimmen nicht drin war.

11 Uhr war Start der ersten Welle und ca. 8 Minuten später bin ich dann auch vom Ufer rückwärts robbend in die weite des Dreiweibernen Sees gepaddelt. Die Schwimmstrecke war sehr gut mit Bojen alle ca. 150m abgesteckt, sodass auch ich auch in Rückenlage kaum Probleme mit der Orientierung hatte. Zusätzlich hatte ich nach 200m Begleitung durch ein SUP und ab da war es wirklich kein Thema mehr.

Nach ca. 55 Minuten hatte ich dann zwei Arme unter mir die mich wohlbehalten Richtung Rollstuhl getragen haben.

Ich wusste aus den Einheiten davor, dass ich leider nicht ohne Toilettenpause durchkomme. Daher musste ich mich entscheiden, nach dem Schwimmen zu gehen und evtl. zwei Mal aufs Klo zu müssen, oder erstmal loszufahren und zu gucken was passiert. Ich habe mich dann für Variante Zwei entschieden und so ging es nach sieben Minuten Wechseln in den angenehmen Teil des Tages. Die ersten Kilometer rollten auch  wie am Schnürchen und ich hatte ein dickes Grinsen im Gesicht.

Die Radrunde beinhaltete eine absolut flaches Stück zum Scheibe See und eine aus Handbiker-Perspektive wellige Runde um den See.

Bis zum Klostop waren es 31 km/h mit 101W NP coole Sache! 

Die leider notwendige Pause im Wald hat ca. 8 Minuten gedauert, was so in etwa zu erwarten war. Nur schade zu sehen, wie der ein oder andere überholte wieder an mir vorbei zog. 

Ab ging es jetzt auf die zweite Hälfte des Rennens die (das wusste ich bereits durchs Training) erstmal mit einem viel höheren Puls begann als die erste. Leider litt auch die Leistung darunter, aber wie gesagt, alles zu erwarten. Am Ende waren es immer noch 90W NP und 29 km/h. Das war eigentlich meine ursprünglich angepeilte Pace.

Reine Fahrzeit waren es genau 30 km/h und 2:47h. Da ich mit Pause insgesamt unter drei Stunden für den Radpart gebraucht habe war ich zufrieden.
Der Wechsel in den Rennrollstuhl hätte eigentlich nicht besser laufen können und so war ich fix auf der Laufstrecke.
 
Eigentlich hatte ich den Plan die Strecke am Vorabend noch einmal mit dem Handbike abzufahren, aber Dauerregen hat das schlicht und einfach nicht ermöglicht. 

So musste ich mich direkt auf den ersten Metern von einer schönen Steigung überraschen lassen, bei der ich sogar die Handschuhe ausziehen musste um hoch zu kommen. Das gleiche Spiel gab es ein paar hundert Meter später noch einmal. Nicht so lang, aber mit einer 90° kurve vorher, sodass Schwung holen keine Option war. 

Letztendlich war ich aber nicht zum Ausruhen da und auch hier ging es irgendwie hoch.

Von da an ging es leider bergab. Das lag aber nicht an der Laufstrecke sondern an dem fiesen kleinen Steinchen das mir bei Kilometer sechs ein fettes Loch in die Seitenwand meines linken Hinterrades gerissen hat. Mit Pannenspray war hier natürlich nichts mehr zu machen, also habe ich ca. 5 Sekunden an scheiße ich will nicht mehr gedacht. Zum Glück gibts da auch noch den Kämpfer in mir der die Letzen drei wirklich optimal verlaufenen Monate nicht einem DNF opfern wollte und so hieß es Kopf runter und durch. Die Strecke war ab da deutlich humaner und hätte ein gutes rollen ermöglich, aber naja  

1:42:47 stand im Ziel für die Laufstrecke auf der Uhr, wobei der Platten ca 45 Sekunden/Kilometer gekostet hat.
 

5:48:36 stehen zu Buche, bin ich zufrieden? Normalerweise müsste ich sagen ja klar... schließlich war Sub 6 das angestrebte Ziel und ein großer Teil in mir ist es auch. Nichts desto trotz habe ich mit der Strecke noch eine Rechnung offen. Also bis nächstes Jahr ihr Drei Weiber vom See.